Samstag, 11. Februar 2012

Verliebt in einen Punk - Treffpunkt Irgendwo


Titel: Treffpunkt irgendwo
Autor:Thomas Fuchs
Verlag: Arena
ISBN:3401066781
Seitenanzahl: 252 Seiten
Erschienen: Januar 2012
Preis: 12, 99€













 "An der Litfaßsäule vor unserer Schule hing dieses Werbeplakat einer Partnervermittlung. Ein knackiger Kerl, darunter der Spruch "Irgendwo in dieser Stadt gibt es den einen."
So war es. Ich wusste nicht genau, wo, aber ich wusste, es gibt ihn. Ich wusste sogar wie er aussah, wie er mit Vornamen hieß." (S. 67)


Inhalt: Ausgerechnet an dem Abend, an dem Jana mit ihren Freundinnen in einen neuen Club gehen will, wird ihr Handy gestohlen. Und zwar von Len - einem Punk, den sie natürlich sofort verfolgt. Der Abend wird noch schlimmer, den Jana gerät durch ihre überstürzte Verfolgungsaktion in einen Polizeieinsatz gegen Hausbesetzer. Ein paar Tage später trudelt eine Anzeige gegen sie ein und sie sucht Len auf, den er könnte für sie eine Aussage machen.
Doch bald merkt Jana, dass da noch mehr zwischen ihr und Len ist. Doch wie soll so eine Beziehung funktionieren?

Eigene Meinung: Wer eine kitschige Liebesgeschichte sucht, macht mit diesem Buch einen Fehlgriff - aber ich glaube, das ist den meisten nach der Inhaltsangabe schon klar.
Es gibt zwar eine allgegenwärtige Liebesgeschichte, aber dennoch ist das Hauptthema des Buches die Punk/Hausbesetzer-Szene in Berlin. Ich, als Österreicherin, die noch nie von den Hausbesetzern etwas gehört hatte, fand es ziemlich interessant von dieser scheinbaren großen Szene zu lesen.
Nun zu etwas Negativen: Die Liebesgeschichte schritt mir zu schnell voran: Len stiehlt ihr Handy, sie holt es zurück, sie trifft/sieht ihn ein paar Mal (einmal hat er sogar Kokain genommen!) und dann ist sie unsterblich in ihn verliebt. Nach sechzig Seiten.
Natürlich kann ich mir vorstellen, dass ein braves Mädchen wie Jana in Len so etwas eine gewisse Freiheit sieht, jemand der sein Leben fern von Zwängen lebt, aber dennoch auf ihre Hilfe angewiesen ist.
Leider wird danach viel zu oft gesagt, dass die Beiden nicht zusammen sein können, was wiederrum nicht heißt, dass es ein Sad End gibt. Das Ende passt zur Geschichte und lässt den Leser der Geschichte weiterträumen.
Was mir an der Geschichte wirklich gefällt, ist es, wie der Autor zwei Schichten (Jana, das wohlbehütete Mädchen und Len, der sympathische Punk) sich näher kommen lässt. Jana hat alles was man sich vorstellen kann, während Len eigentlich laufend etwas verliert.
Thomas Fuchs' Schreibstil ist klar, man liest ganz normal dahin, nur stören die vielen Absätze manchmal. Außergewöhnlich ist der Schreibstil nicht gerade, aber er ist auf jeden Fall ziemlich angenehm und es gibt keine übertriebenen Beschreibungen.
Ich bin mir sicher, dass dem Autor wichtiger war, eine Schichtenübergreifende Geschichte zu schreiben, die uns allen einen Denkanstoss geben sollte, als eine Love-Story. Man merkt sofort, dass es Fuchs wichtig ist, die Punkszene ins richtige Licht zu rücken.

Cover und Gestaltung: Das Cover mit den Graffitis passt perfekt zu der Geschichte. Besonders an dem Cover ist, dass die Grafittis rau sind und sich (fast) wie eine Wand anfühlen.

Empfehlung: Mir fällt nicht wirklich ein ähnliches Buch ein. Ich würde Leuten, die Bücher mit Berlin als Schauplatz lieben oder sich über die Punk Szene informieren wollen empfehlen.

Bewertung: Ich vergebe 3 Herzen, da die Geschichte zwar interessant war, mich aber nicht wirklich so gepackt hatte, wie es mir erhofft hatte.


Ich bedanke mich beim Arena Verlag herzlichst für das Rezi-Exemplar!

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