Sonntag, 1. Dezember 2013

[Autorendingens] Ausschnitt 3: Ohne Streitereien wäre es doch langweilig, oder?



[...] »Da sitzt doch schon Simons Ego.« Ich reckte das Kinn in die Höhe. »Ich sehe da keinen freien Platz.«

»Könnt ihr beiden nicht einfach eure Differenzen beiseiteschieben?«, fragte Alex ruhig. »Kali und ich haben das schließlich auch geschafft und jetzt sind wir glücklich.«

Ja, dachte ich. Nur hat man schon von Anfang an gemerkt, dass du meine Freundin geliebt oder zumindest gemocht hast. Bei mir und Simon beruht der Hass dagegen auf Gegenseitigkeit.

»Nein«, antwortete ich gleich und verschränkte die Arme vor der Brust. »Nie im Leben.«

»Welche Differenzen?«, wollte Simon wissen.

Er tat immer noch so, als würde er nicht wissen, um was es ging.

Ich warf ihm einen scharfen Blick zu und sah, wie er mit seiner Zunge an einem seiner Piercings spielte.

Natürlich blieb mein Blick an seinen Lippen und den metallenen Kugeln hängen. Wie sich seine Küsse jetzt wohl anfühlten? Es war schon so lange her gewesen, dass ich mit einem Jungen geschlafen, geschweige denn, dass ich einen geküsst hatte. Die Erinnerungen an Simon und unsere Beziehung mussten sich immer wie eine Fernsehbild-Störung in meinen Kopf drängen.

Ich schüttelte den Kopf und warf meine Handtasche auf den leeren Platz. »Da sitzt jetzt Serenas Handtasche Veronica. Wenn ein Gegenstand einen Namen hat, dann hat er eine Persönlichkeit. Somit ist der leere Platz besetzt und Serena bleibt hier sitzen. Ende der Diskussion. Wer holt Serena jetzt einen Drink? Irgendetwas Süßes mit viel Alkohol wäre nett.«

Sieben Augenpaare starrten mich an, als könnten sie nicht glauben, was ich gerade von mir gegeben hatte.

»Was ist denn?«

»Haben deine Eltern dich als Baby wie einen Flummi immer und immer wieder auf den Boden geworfen?«, fragte mein Ex mit einer hochgezogenen Augenbraue.

»Nein, das ist deine Geschichte, Simon«, keifte ich zurück. »Du bist nämlich ... äh, du bist ... das Baby aus Hangover

»Ist das eine Beleidigung?« Simon lehnte sich mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen zurück. »Ich heule jetzt gleich in meiner Emo-Ecke.«

»Findet Serena gut.« Ich beugte mich über Alex und kramte mein veraltetes Handy aus meiner Handtasche Veronica. »Kann Serena dem ein Gefällt Mir auf Facebook geben?«

Erst da bemerkte ich Simons wachsame, grüne Augen, die mir direkt in den Ausschnitt starrten. »Wenn ich denen da auch ein Gefällt mir geben darf?«[...]

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