Sonntag, 15. Oktober 2017

[Rezension] Shadow Dragon 01 - Die falsche Prinzessin


Titel: Shadow Dragon - Die falsche Prinzessin
Originaltitel: S
hadow Wars - The False Kingdom
Autorin:
 Kristin Briana Otts
Übersetzerin: 
Tanja Ohlsen                                                      Reihe: 1 von ?
Verlag: 
Oetinger
ISBN: 
978-3-789-108-440














Kai ist eine Waise im River Kingdom. Ihre Zukunft ist es daher, eine Kriegerin und Leibwächterin der Prinzessin Noriko zu werden. Alsdie Prinzessin aber einem Attentat zum Opfer fällt und nur schwer verletzt entkommen kann, muss Kai in die Rolle der Prinzessin schlüpfen, um den ganzen Feierlichkeiten um die Krönung des neuen Kaisers beizuwohnen. Dabei darf natürlich keiner erfahren, dass sie nur eine einfache Kriegerin ohne Familie ist ...


Der Klappentext von "Shadow Dragon" klang interessant. Zudem kam das Buch ja als erstes auf Deutsch raus(?), weshalb ich auch gar nicht einschätzen konnte, ob das Buch jetzt was für mich ist oder nicht. Leider war das letzte der Fall ...

Der Anfang ist noch interessant: Wir erfahren einiges über das asiatisch wirkende Königreich und die Drachen, die unsere Protagonistin Kai, da noch ein Kind, schon immer fasziniert haben. Außerdem wird gezeigt, dass Kai als Waise nichts anderes übrig bleibt als eine Kriegerin zu werden und irgendwann die Prinzessin des River Kingdom zu beschützen. Es erfolgt bald darauf ein Zeitsprung. Kai ist nun 16 und eine Kriegerin. Während sie in dem Prolog noch gegen das Kriegerinnen-Dasein etwas rebelliert hat, hat sie sich nun ganz untergeordnet. Das fand ich schon schade. Ich hätte es lieber gehabt, wenn Kai etwas aufmüpfiger gewesen wäre. Ja, zu Ende - und durch den Shadow Dragon (mehr sag ich nicht ;)) - wird sie immer selbstbewusster. Der Weg bis dahin ist allerdings sehr beschwerlich und das hat auch noch einen weitere Grund. Was mich auch gestört hat, war die Liebesgeschichte. Wir haben hier die (leider!) allseits beliebte Dreiecksbeziehung. Kai fühlt sich zu zwei jungen Männern hingezogen. Zu beiden baut sie viel zu schnell eine engere Beziehung auf, vertraut ihnen, obwohl sie weiß, wie wichtig ihr Rollentausch ist. Der Leser merkt auch schnell, das mit einem Love-Interest etwas nicht stimmen kann, aber unsere Protagonistin, die fast keinen Kontakt zu Männern hatte, tappt etwas blauäugig in die "Falle".
Und noch etwas hat mir

Das Setting, dieses asiatische Flair, mit Drachen und ein klein wenig Magie hat mir aber sehr gut gefallen. Mit andere Charakteren hätte ich sicher sehr viel Freude mit dem Buch gehabt.

Das Cover gefällt mir eigentlich recht gut - bis auf dieses seltsame Auge! Das sieht meiner Meinung nach viel zu menschlich aus und zerstört irgendwie das Gesamtbild. Mit einem mehr "drachigen" Auge sähe das ganze viel besser aus.

Ich verstehe jeden, der "Shadow Dragon" gern gelesen hat. Für mich war das Buch leider nicht mal durchschnittlich: Zu viele Klischees, die ich schon in anderen Jugendbücher gelesen habe.


Vielen Dank an den Oetinger Verlag und Lovelybooks für das Leseexemplar!

Freitag, 6. Oktober 2017

[Rezension] Nalia - Tochter der Elemente 01: Der Jadedolch

Titel: Nalia - Tochter der Elemente: Der Jadedolch
Autorin: 
Heather Demetrios
Reihe: 
Band 1 von 3
Verlag: 
dtv
ISBN: 
9783423717472

Hier geht's zur Leseprobe!
Nalia ist eine mächtige Dschinn. Allerdings wurde sie vor Jahren an den skrupellosen Geschäftsmann Malek verkauft, der sie nur benutzt, um seine Macht auszubauen.  So fristet Nalia ein (doch recht luxuriöses) Leben in LA. Nach Jahren in Gefangenschaft sucht sie der Rebellenführer Raif auf, der Nalia von ihren Ketten lösen will. Wird Nalia es schaffen und in ihre Welt zurückkehren können?


Die Leseprobe von "Nalia" klang so toll, dass ich mich für ein Vorableseexemplar beworben habe. Leider hat mich dieses Buch nicht nur enttäuscht, sondern stellenweise sogar richtig wütend gemacht ...

Das lag vor allem an den Männern im Buch: Nalia ist als Dschinn die Sklavin des Geschäftsmannes Malek. Schon zu Beginn quält er sie, in dem er sie in ihre Flasche steckt, was Höllenqualen für sie bedeutet. Das kann man nicht mit einem normalen Gefängnis vergleichen, da sie nicht nur geisige, sondern auch körperliche Schmerzen davonträgt. Später erfährt man auch, dass er sie mal so lange in der Flasche gelassen hat, dass sie fast an einer Eisenvergiftung gestorben wäre. Statt ihn mit vollen Herzen zu hassen, denkt Nalia sogar stellenweise, dass er liebevolle Seiten hat. Wie soll man so etwas gutheißen? Das ist eine "abusive relationship" (mir fällt gerade keine bessere Bezeichnung als Missbrauchsbeziehung ein), die von der Autorin romantisiert wird.
Raif, ist ebenfalls ein Dschinn (die haben genauere Gattungsbezeichnungen, aber ich habe die alle schon wieder vergessen, obwohl ich das Buch gestern gelesen habe ...) und ein Rebellenführer - und er nennt unsere Protagonistin Salfit. Oh, das ist sicher ein süßer Spitzname, denkt ihr jetzt sicher. Falsch! Der Name bedeutet - kein Scherz! - Ziegenficker. So nennt Raif unsere - weibliche!- Protagonistin also. Es ist ein gängiger Hassname für Nalias Kaste, aber warum sagt man das zu einer Frau? Und wenn ich mich nicht täusche, sind in Nalias Kasten fast alle Frauen. Also: Warum nennt man die so? Und das ist nicht der einzige Logikfehler in dem Buch. Ich verstehe bis jetzt nicht, warum Nalia manchmal ihre Flasche berühren konnte ohne hineingezogen zu werden und manchmal eben nicht.
Doch zurück zu Raif: Innerhalb kürzester Zeit wird dann von Liebe geredet und die Liebesbezeugungen fliegen nur zwischen Nalia und Raif hin und her. Aber dann kommt wieder Malek ins Spiel und ...

Bei diesen ganzen Beziehungsdrama, rückte die eigentlich Story in den Hintergrund. Als es interessant wurde, hatten Nalia und "ihre Männer" bei mir alles verspielt. Es war auch schwer der Story zu folgen, da mit Bezeichnungen für alle möglichen Dschinn-Kasten und andere Fremdwörter um sich geworfen wurde. 

Das Cover finde ich sehr schön. Das ist leider das einzig gute an dem Buch.

Da in Nalia romantisierte Missbrauchs-Beziehungen vorkommen, die ich nicht gutheißen kann, kann ich leider keine Empfehlung für das Buch aussprechen.

Leider bleibt mir aus den genannten Gründen nur übrig dem Buch 1 von 5 Herzen zu vergeben.




Vielen Dank an vorablesen und dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 3. Oktober 2017

[Rezension] Scythe 01 - Die Hüter des Todes

Titel: Scythe - Hüter des Todes
Autorin:
Neal Shusterman
Reihe: 
Band 1 von 2
Verlag:
Sauerländer (Fischer)
ISBN:
9783737355063

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Stellt euch eine Welt vor in der es keinen Krieg, keine Seuchen oder Krankheiten gibt. Die Armut wurde ausgelöscht. Die Technologie ist so weit entwickelt, dass man ewig leben kann. Man kann nach fatalen Verletzungen sogar wiedererweckt werden oder wenn man zu alt wird, kann man seinen Körper verjüngen lassen.
Aber wie wird dann die Population in Schach gehalten? Die Antwort lautet durch sogenannte "Scythes", die die "Lizenz zum Töten haben".
In so einer utopischen Welt leben die Teenager Citra und Rowan, welche zu ihrer großen Überraschung zu Scythe-Lehrlingen werden.

Kennt ihr so Bücher bei denen ihr denkt: "Ja, das hört sich nett an, das will ich lesen" und dann haut euch das Buch aber so was von aus den Socken? Mir ist das bei "Scythe" passiert, das überraschenderweise zu meinem Jahreshighlight geworden ist.

Ich kann gar nicht richtig sagen, warum ich das Buch so liebe. Vielleicht die überraschenden Wendungen, die dem Autor richtig gut gelungen sind. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen: Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Citra und Rowan weitergeht und wer von den beiden am Ende ein Scythe wird.

Das Buch behandelt viele Themen: Was macht den Mensch zu Mensch? Wenn man unsterblich ist, ist man dann nicht so etwas wie ein Gott? Wer gibt uns (in dem Fall den Scythes) das Recht zu töten? Wenn sollte man töten, wenn die Natur außer Kraft ist: Die, die sterben wollen oder willkürlich wie in der Natur?
DieseThematiken fand ich alle interessant und auch sehr gut im Buch umgesetzt. Grobe Logikfehler, die den Lesespaß Abbruch tun könnten, habe ich ebenfalls nicht entdeckt. Der Autor hat die Geschichte um die Sensenmänner und - Frauen absolut gekonnt in Szene gesetzt.

Ich will nur am Rande anmerken, dass das Buch beziehungsweise der Autor nicht viel Augenmerk auf Beschreibungen legt, ebenso wie die Anziehung zwischen Citra und Rowan - aber das brauchte er nicht. Ich war auch ohne viele Umschreibungen total angetan!

Das Cover finde ich sehr schön. Man sieht einen Scythe mit seiner Robe und (eigentlich untypischem Werkzeug) einer Sense. Viel besser als das englischer Cover, welches mich immer vermuten hat lassen, dass es sich bei dem Buch um ein Comicbuch handelt.

Trotz meiner Begeisterung ist es schwer eine genaue Empfehlung auszusprechen. Man sollte sich das Buch näher anschauen, wenn man mehr auf Spannung steht, als auf viel Action und/oder Liebe. Es hat einen leichten Touch von Thriller, kann manchmal sogar richtig brutal werden.

Ich kann nur goldene Herzen vergeben! Absolut gelungenes Buch!



Vielen Dank an Fischer für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 1. Oktober 2017

[Rezension] Nevernight 01 - Die Prüfung

Titel: Nevernight - Die Prüfung
Autorin:
Jay Kristoff
Reihe: 
Band 1 von ?
Verlag:
Fischer TOR
ISBN:
3596297575

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Seit ihr Vater hingerichtet und ihre Mutter eingekerkert wurde, hat Mia Corvere sich Rache geschworen. Knapp 10 Jahre später - mit gerade einmal 16 Jahren - steht Mia kurz davor, eine Assassine der "Roten Kirche" zu werden. Mit einer Katze aus Schatten macht Mia sich auf den Weg zur Killer-Akademie, um dort die Prüfungen zu absolvieren und sich dann endlich rächen zu können.

"Nevernight" ist eins der Bücher, das in den letzten Monaten heiß diskutiert wurde. Es wurde sehr viel gelobt, aber es gibt auch einige negative Stimmen.

Ich muss gestehen, dass das Buch manchmal etwas zäh ist. Aber nennt mir ein Buch, das durchwegs unterhaltend ist. Das trifft meiner Meinung nicht einmal auf "Harry Potter" zu. Natürlich ist das Buch ab und zu etwas "zäh", aber man will trotzdem wissen, was nachher passiert, weil das Buch schon so blutig begonnen hat.
Ich habe oft gelesen, dass viele sich mit den Fußnoten schwer tun. Das kann ich nicht verstehen, da die Fußnoten meistens nur Hintergrundinfos geben oder der Geschichte noch mehr Sarkasmus und Ironie verleihen. Man kann sie aber auch einfach überlesen. Oder, wer unbedingt wissen will, was drin steht, kann ja später die Stellen noch einmal lesen.

So, das war jetzt das Negative. Nun zum positiven, denn: Das Buch hat mir sehr gefallen!
Mia ist eine starke Protagonistin, die mich an Aria Stark aus "Game of Thrones" erinnert. Sie ist ein richtiges Bad-Ass, der sich unbedingt rächen will. Sie will keine Liebe, sie will Rache - und das ist echt erfrischend mal so etwas zu lesen. Ich denke, dass kein Mann sie von ihrem blutigen Pfad abbringen wird ;)

Das World-Building ist ein Wahnsinn. Ich will nicht viel dazu sagen, weil ich einen ganze Arbeit darüber schreien könnte. Mir gefiel auf jeden Fall der Touch von einem antiken Rom - natürlich mit Fantasy-Anteil. Allein "Herr Freundlich" der sprechende Schatten in Form einer Katze, der Mia seit Kindheit begleitet, zeigt, wie ausgefallen die Ideen hinter dem Buch sind.

Die Handlung ist - wie schon erwähnt - manchmal etwas zäh, aber wenn es zur Sache geht, dann wird es blutig und richtig unbarmherzig. Was erwartet man bei einer Schule von Attentätern denn sonst? 

Das Cover ist ein absoluter Hingucker in meinem Bücherregal. Mia als Assassine mit "Herr Freundlich" - Wow! Einfach wow!

Ich empfehle "Nevernight" vor allem Fans von "Game of Thrones". Ich habe irgendwo gelesen, dass es auch für Sarah J. Maas Fans geeignet sei, aber Frau Maas hat einen deutlich romantischeren Stil, wenn ich das so sagen darf ;)

Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Herzen, da ich am Anfang etwas Probleme beim Vorankommen dieses 700-Seiten-Wälzers hatte.



Vielen Dank an Fischer und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!